Mit der Elbe 1
zum Hafengeburtstag
nach Hamburg

Zum 820. Hafengeburtstag fuhr die Repräsentantin der Stadt Cuxhaven bereits zum 7. Mal zum großen maritimen Spektakel in die Hansestadt.

Bereits am Donnerstag, den 7. Mai machte sich unsere 20-köpfigen Crew mit einem ausgebuchten Schiff auf den Weg. Zutreffend war, wie in der Cuxhavener Presse zu lesen war, dass nur noch die hölzernen Deckchairs und ein passender Cocktail fehlten, um ein perfektes Kreuzfahrt-Gefühl aufkommen zu lassen.

Am Freitag reihten wir uns als Repräsentant der Stadt Cuxhaven in die Einlaufparade ein, nachdem wir erneut die Schiffsbegrüßungsanlage in Schulau passiert hatten. Entgegen den letzten Besuchen lagen wir an einem Top-Liegeplatz, direkt an den St. Pauli Landungsbrücken. Während des "Open Ship" wurde das Schiff von Besuchern überflutet und der angebotene Labskaus und danach der Kuchen, waren ratz-fatz verzehrt. Man hatte einen herrlichen Blick auf das Fahrwasser mit dem bunten Hafentreiben. Dazu gehörten auch die Passage einiger Kreuzfahrtschiffe wie die Deutschland. Unsere Crew hatte sich für solche Angelegenheiten riesige rote Hände bereitgelegt, mit denen man zurückwinken konnte. Ein mächtiger Spaß auf beiden Seiten. Die Stimme des Typhons mit dem man sich gegenseitig begrüßte, wurde durch die andauernde Anwendung schon ganz heißer. Damit dem Typhon nicht die Luft ausging, mussten unsere Maschinisten wiederholt mit dem Kompressor die Luftflaschen auffüllen. Auch im Hafen lief immer ein Generator für die Stromversorgung des Schiffes, der ebenfalls laufend überwacht werden musste.

Auf der Elbe 1 waren 20 Kojen für die gesamte Fahrt gebucht, die zudem noch mit einer Vollverpflegung verbunden war. So galt es frische Brötchen vom Bäcker zu holen und in der winzigen Kombüse musste für die Gäste, wie auch für die Crew, jeweils ein Frühstück, Mittagstisch, Nachmittags-Kaffee und Kuchen und zuletzt noch ein Abendbrot zubereitet werden. Wahre Höchstleistungen wurden nicht nur in der Kombüse sondern auch in der Pantry verlangt. Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Zubereitung von 120 Portionen Labskaus nebst Beilagen wie Rollmöpsen, Gurken, Matjes und Rote Beete und Salate. Das Ganze auf die entgegengehaltenen Teller auflegen - von den Getränken ganz zu schweigen. Die Forderungen nach einem "Nachschlag" und hinterher der Abwasch in der Pantry. Kaum ist der Mittagstisch vergangen und man hat aufgeklart, geht es in die nächste Runde zu Kaffee und Kuchen. Sie können sich bestimmt vorstellen, was dann folgt, richtig, es ist das Abendbrot. Dieser Begriff ist eigentlich eine Verniedlichung des Gebotenen. Brot gibt es auch, doch in Wirklichkeit ist es schon ein weiteres Essen. Erstaunlich ist der große Appetit unserer Gäste. Ist es das gute Essen, verbunden mit der Seeluft?

Das Unterhaltungsangebot bei solch einer Veranstaltung ist riesig und man tut gut daran, sich das Veranstaltungsprogramm genau anzusehen um sich interessante Veranstaltungen nicht entgehen zu lassen. Nach dem Abendbrot beginnt für die Einen der gesellige Teil, entweder an Bord, oder man stürzt sich in das Nachtleben von St. Pauli. Für die Crew geht der Betrieb etwas ruhiger weiter, bis die Ersten wieder an Bord zurückkehren. Später treffen dann die Nachtschwärmer ein, die sich auf der Reeperbahn umgesehen hatten. Je nach Ausdauer kann es dann noch eine lange Nacht werden - bis für die Crew der neue Tag mit der Zubereitung des Frühstücks schon wieder beginnt.

Am Sonntag ging es, wieder ausgebucht, im strahlenden Sonnenschein nach Cuxhaven zurück. Hinterher fragt man sich, wofür man das Ganze gemacht hat. Nicht nur zum Vergnügen, wie manche Spötter behaupten, sondern aus ehrenamtlichem Idealismus, um die Rote Lady, wie auch das Feuerschiff liebevoll genannt wird, zu pflegen und zu erhalten.

Uwe Wensauer