Mit dem Feuerschiff
Elbe 1
zum
817. Hafengeburtstag
nach Hamburg
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Große
Ereignisse kündigen sich an Bord von Schiffen so an, dass an allen
Ecken und Enden noch Restarbeiten erledigt werden und Proviant an
Bord gebracht werden muss. So wunderte sich mancher Besucher an der
"Alten Liebe", was alles an Bord der ELBE 1 geschleppt wurde. Schon
am Vortag fanden sich die ersten Gäste ein, die mitfahren und die
erste Nacht an Bord verbringen wollten. Am Donnerstag um 12:00h ging die Reise bei etwas diesigem Wetter los. Je weiter wir die Elbe aufwärts führen, um so blauer wurde der Himmel. Unsere Gäste holten sich die Stühle in den Windschatten und mit einem Getränk ließ es sich ganz gut in der Sonne aushalten. Der Shantychor, der aus Lüneburg mit von der Partie war, unterhielt die Gäste und es gab immer ein großes Hallo und Winken, wenn wir wieder einen Segler oder andere Traditionsschiffe passierten. Es war angebracht sich die Ohren zuzuhalten, wenn eine Schiffsbegrüßung mit "Achtung Typhon" angekündigt wurde und "3 mal lang" ertönte. Wir wurden natürlich auch von anderen Schiffen überholt und die Schiffs-Spotter bekamen so richtig große "Pötte" direkt vor die Linse (jüngster Hapag-Loyd "Chicago Express", 336 m lang, 46 m breit, 8400 TEU, 103800 to, Maschine 70000 KW). In Hamburg angekommen, passierten wird erneut die Landungsbrücken auf "Parkplatzsuche". Wie im letzten Jahr gab es mit den Holländern, die sich im Hafen breit gemacht hatten, einige Meinungsver-schiedenheiten So mussten wir die erste Nacht am Grasbrook anlegen wo Klaus Störtebeker im Jahre 1400 geköpft wurde. Der Vorteil war, dass man am folgenden Tag zur Einlaufparade leichter ablegen konnte, jedoch unsere Gäste Mühe hatten, die Anlegestelle zu finden. Einlaufparade Nach und nach trafen am folgenden Tag unsere Gäste ein, die an der Einlaufparade teilnehmen wollten. Leinen los! Durch den emsigen, fast chaotisch anmutenden Schiffsverkehr, ging es bei traumhaft schönem Wetter an den Landungsbrücken vorbei elbabwärts. So manch liebvoll gepflegtes Traditionsschiff konnte man dabei passieren. Auch in der Luft konnte man allerhand Flugzeugtypen sehen, die über uns hinweg flogen. Manche kaum hörbar, andere recht geräuschvoll. Pünktlich erreichten wir unsere Position innerhalb der Einlaufparade, was man von anderen nicht behaupten konnte. So war unser Kapitän sehr stolz als von der Funkzentrale die Nachricht eintraf, dass das Feuerschiff Elbe1 die Führung übernehmen sollte. So fuhren wir an der Spitze der vielen nachfolgenden Schiffe elbaufwärts erneut in Richtung Landungsbrücken. Die viele PS starke Fregatte "Bremen" überholte uns und übernahm ihren vorgesehenen Platz, aber immerhin, wir waren Führungsschiff der Parade gewesen, zumindest für einige Stunden. An den Landungsbrücken wurden wir, wie auch die anderen Schiffe, mit einer über die Lautsprecheranlage übertragenen Kurzbeschreibung des Schiffes und der Nationalhymne begrüßt. Überall an der Elbe wie auch an und auf den Gebäuden standen dichtgedrängt Tausende von Schaulustigen. Nach offiziellen Angaben waren mehr als 1,5 Millionen Menschen zum Hafengeburtstag gekommen. Man kann nur annähernd beschreiben, welche Stimmung herrscht, wenn kreuz und quer Schiffe passieren. An der Tonhöhe und am Klang kann man die einzelnen Schiffsgrößen leicht erkennen und so war es auch ein besonderes Klangerlebnis, wenn aus dem Konzert die heisere Stimme der dampfgetriebenen "Schaarhörn" oder die vom Dampfeisbrecher "Wal" zu hören waren. Unsere Elbe 1 konnte sich mit ihrer kräftigen Stimme ganz gut bemerkbar machen. Oft wurde man von tief überfliegenden Flugzeugen aufgeschreckt, wenn sie über uns hinweg brummten, oder erschreckte sich vom Geknatter der Helikopter. Nach einigen Verzögerungen konnten wir dann an unseren Liegeplatz am Burkhardkai verholen. So lagen wir unmittelbar bei den Hansekoggen "Ubena von Bremen", der "Hansakogge" und der "Lisa von Lübeck", die uns zuvor mit einem spektakulären Salutschuss mit viel Rauch aus Ihrer Bordkanone überraschte. Auf solch einen Schuss konnten wir nur mit unserem Typhon antworten, was allerdings den Wunsch erweckte, ebenfalls eine Salutkanone für das nächste Hafenfest zu beschaffen. Hafenfest Vor allem die Schiffsfreaks genossen es sichtlich an Bord der Schiffe zu gehen, wie z. B. auf dem größten und schnellsten Windjammer der Welt, der "Mir" oder der Fregatte "Bremen", um in die Atmosphäre an Bord zu schnuppern, auch wenn sie lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Obwohl, wie zu erwarten, viele Besucher an Bord unserer "Elbe 1" kamen, waren hier keine Wartezeiten erforderlich. Bei immer noch traumhaft schönem Wetter konnte man sich das Schiff ansehen oder bei einem Rundgang erklären lassen, sich auf dem Oberdeck in die Sonne setzten, ein kühles Bier schlürfen und von oben die ganzen Aktivitäten rundherum beobachten. Wer Hunger hatte, konnte Labskaus oder andere Leckereien probieren, die unser Schiffskoch zubereitet hatte. Dass bei diesem Wetter auch viel getrunken wurde, dürfte wohl jedem klar sein. Superlativen Recht spektakulär drehte der neue Airbus A380, weniger beobachtet, seine Runden. Mehr Beachtung fand, schon wegen seiner Lautstärke, ein Doppeldecker mit einer auf den Tragflächen stehenden Akrobatin, der seine Runden über dem Bereich der Hafenmeile drehte. Der absolute Höhepunkt, es gab deren mehrere, war das Eintreffen der Königin der Meere, der "Queen Mary 2". Würdevoll und hell erleuchtet schob sie sich, nach einer Drehung, rückwärts an den Landungsbrücken vorbei und wartete darauf, dass der Wasserpegel den Wert erreichte, dass sie in das Dock einfahren konnte. Von vielen ungeduldig erwartet wurde das darauf folgende Feuerwerk, mit dem man solange gewartet hatte, bis das Schiff eingedockt war. Für das Eindockmanöver war die Elbe für den Schiffsverkehr über 4 Stunden lang aus Sicherheitsgründen gesperrt. Dies führte dazu, dass die Fahrpläne mancher Veranstalter von Abendfahrten total durcheinander kamen. Zu unserer Überraschung besuchte uns auch unser Oberbürgermeister von Cuxhaven. Selbst als Repräsentant mußte er sich dem Diktat solch einer Veranstaltung beugen und konnte seinen Zeitplan nicht so einhalten wie er es vorhatte. Rückfahrt mit Auslaufparade Für unsere Gäste, die während der ganzen Fahrt an Bord waren, war der Gang zum Fischmarkt ein weiterer Höhepunkt ihrer Reise. So ging es bereits um 4:00 h morgens mit einigen Crewmitgliedern los. Ein Bummel über den Fischmarkt ist immer ein Erlebnis und schon deshalb, weil man sich immer gerne die lockeren Sprüche der Verkäufer mit manchem Lachen anhört. Preiswert konnte man z. B. frischen Spargel kaufen, wenn man die Ausdauer und Geduld bis kurz vor 10:00 h hatte. Kurz davor fallen die Preise ins Bodenlose und man konnte 5 kg Spargel von zuvor 9 € für 4 € kaufen. Nachdem gegen 15:00 h weitere Gäste an Bord kamen konnten wir uns in die Auslaufparade einreihen. Wieder ging es an den Landungsbrücken vorbei. Überall standen große Menschenmengen, um sich das Schauspiel der auslaufenden Schiffe anzusehen. Immer wieder erklang das Typhon wenn andere Museumsschiffe uns begegneten. Langsam verließen wir den Bereich des Hafenfestes, passierten das Villenviertel von Blankenese und die Schiffsbegrüßungsanlage von Schulau, das "Willkommenshöft", wo wir aus Hamburg mit der Nationalhymne verabschiedet wurden, nachdem unsere Flagge gedippt wurde. Unser Smutje und die Crew legten sich noch einmal kräftig ins Zeug, um die zahlreichen Gäste zu verwöhnen. Gegen 21:00 h trafen wir dann in Cuxhaven ein. Unsere Gäste verließen voll des Lobes unser Schiff. Die Crew versammelte sich dann auf dem Partydeck, streckten die Beine aus und gönnten sich dann noch ein "Einlaufbier". Abschließend können wir mit dieser Fahrt voll zufrieden sein und fahren sicher zum 818. Hafengeburtstag wieder nach Hamburg. Uwe Wensauer
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